Zertifizierung von Biokraftstoffen

Ziel die­ses For­schungs­pro­jek­tes ist die Ana­ly­se lo­ka­ler Aus­wir­kun­gen der eu­ro­päi­schen Bio­kraft­stoff­po­li­tik. Der Fokus der Stu­die ba­siert auf der Un­ter­su­chung der Um­set­zung von Pro­duk­ti­ons­stan­dards ent­lang der ge­sam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te des pflanz­li­chen Kraft­stoffs und den Ein­be­zug ein­zel­ner Sta­ke­hol­der Grup­pen in die­sem Ver­fah­ren. Die An­wen­dung so­zi­al-öko­lo­gi­scher Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en für die Pro­duk­ti­on von Agrar­kraft­stof­fen wird an­hand eines For­schungs­auf­ent­hal­tes in Bra­si­li­en un­ter­sucht.

Projektbericht

Chancen und Grenzen der Zertifizierung von Biokraftstoffen – Auswirkungen europäischer Biokraftstoffpolitik auf lokaler Ebene

In den letz­ten Jah­ren wurde die auf na­tio­na­ler sowie auf EU Ebene ein­ge­schla­ge­ne Rich­tung in der Bio­kraft­stoff­po­li­tik einer kon­tro­ver­sen De­bat­te un­ter­zo­gen. So­zi­al und öko­lo­gisch be­denk­li­che Aus­wir­kun­gen der Pro­duk­ti­on des pflanz­li­chen Kraft­stoffs in ver­schie­de­nen Er­zeu­ger­län­dern er­for­dern eine Wende der ein­ge­schla­ge­nen Po­li­tik hin zu mehr Nach­hal­tig­keit. Von Mai bis Juni 2007 rief die EU Kom­mis­si­on zu einem öf­fent­li­chen Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess auf und zeig­te sich be­reit die an­ge­streb­te Stra­te­gie zur Fest­le­gung ver­pflich­ten­der Bei­mi­schungs­quo­ten zu über­den­ken. Nun liegt ein neuer Vor­schlag der Kom­mis­si­on für eine Richt­li­nie für er­neu­er­ba­re En­er­gi­en vor, der vom Eu­ro­päi­schen Par­la­ment im De­zem­ber 2008 ver­ab­schie­det wurde und bis zum Jahr 2010 in Kraft tre­ten soll. In die­sem Do­ku­ment schreibt die Kom­mis­si­on Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en vor, die der Pro­duk­ti­on von Bio­kraft­stof­fen zu­grun­de ge­legt wer­den müs­sen, wenn sie auf die ver­pflich­ten­de Bei­mi­schungs­quo­te von 5,75% bis 2010 an­ge­rech­net wer­den sol­len. Bis zum Jahr 2010 müs­sen diese Treib­stof­fe ein Treib­haus­gas­min­de­rungs­po­ten­ti­al von 35% er­rei­chen, ab dem Jahr 2017 soll dies auf 50% er­höht wer­den. Die Um­wand­lung von Flä­che mit einem hohen Koh­len­stoff­an­teil soll somit aus­ge­schlos­sen wer­den. Zum Schutz der Bio­di­ver­si­tät darf kein Roh­stoff ver­wen­det wer­den, der auf einer vor­he­ri­gen Wald­flä­che an­ge­baut wurde oder aus Schutz­ge­bie­ten stammt. An­for­de­run­gen auf der so­zia­len Ebene schlie­ßen sich an die ILO Ker­nar­beits­nor­men an. Wei­ter­hin will die Kom­mis­si­on dar­über be­rich­ten, wie sie die be­ste­hen­de Kon­kur­renz zur Nah­rungs­mit­tel­her­stel­lung be­han­deln wird. Kon­trol­liert wer­den diese Kri­te­ri­en durch von der EU Kom­mis­si­on an­er­kann­te Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­te­me, die teil­wei­se be­reits im Auf­bau sind.
Die­ses For­schungs­pro­jekt be­schäf­tigt sich ei­ner­seits mit der po­li­ti­schen Ent­ste­hungs­ge­schich­te von Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en für Bio­kraft­stof­fe auf EU Ebene und un­ter­sucht des Wei­te­ren die Aus­wir­kun­gen der in­du­zier­ten Po­li­tik in einer Feld­stu­die in Bra­si­li­en. Den theo­re­ti­schen Leit­rah­men die­ser Meh­re­be­nen­ana­ly­se bie­tet der An­satz der Po­li­ti­schen Öko­lo­gie, der auch for­schungs­lei­tend zur Ana­ly­se der be­tei­lig­ten Ak­teu­re ver­wen­det wird. Im Sinne von Glo­bal Go­ver­nan­ce wird die Ko­ope­ra­ti­on von staat­li­chen und nicht-staat­li­chen Ak­teu­ren zur Lö­sung glo­ba­ler Um­welt­pro­ble­me ana­ly­siert. Dabei wer­den die Le­gi­ti­ma­ti­ons- und Ef­fek­ti­vi­täts­be­din­gun­gen un­ter­sucht, denen die Ein­füh­rung von Pro­duk­ti­ons­stan­dards un­ter­liegt.

Fol­gen­de zen­tra­le Fra­ge­stel­lun­gen sol­len un­ter­sucht wer­den:

Die­ses For­schungs­pro­jekt setzt sich zum Ziel, eine Aus­sa­ge dar­über ma­chen zu kön­nen, wel­che Pro­zes­se zur nach­hal­ti­gen Pro­duk­ti­on von Bio­kraft­stof­fen im Sinne des Vor­schlags für eine er­neu­er­ba­re En­er­gi­en Richt­li­nie ge­führt haben und wel­che Aus­wir­kun­gen dies auf lo­ka­le Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se, auf­ge­führt an­hand eines bei­spiel­haf­ten Stan­dards, hat.

Fi­nan­zie­rung

Dritt­mit­tel­pro­jekt

Lauf­zeit

02/2009 - 02/2012

Pro­jekt­lei­ter

Zim­pel­mann, Beate, Prof. Dr.
Fa­kul­tät Ge­sell­schafts­wis­sen­schaf­ten
In­ter­na­tio­na­ler Stu­di­en­gang Po­li­tik­ma­nage­ment
Fon: +49 421 5905-4285
Fax: +49 421 5905-4286
Se­kre­ta­ri­at:+49 421 5905-3171

Pro­jekt­be­tei­lig­te

Mohr, Anna, Dipl.-Geogr.
Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin
GLO­KAL – Kom­pe­tenz­zen­trum Nach­hal­tig­keit im Glo­ba­len
Wan­del
www.​nachhaltigkeit.​hs-bremen.​de
Fon: +49-421-59053299
Mobil: +49-176-53167984