Die EU auf dem Weg zu einer nachhaltigen Meerespolitik?

Um­welt­po­li­ti­sche Ana­ly­se der EU Mee­res­schutz­richt­li­ne und ihres Ent­ste­hungs­pro­zes­ses

Ziel­set­zung des Pro­jekts ist es, Er­kennt­nis­se dar­über zu ge­win­nen, wie zen­tra­le Pro­ble­me des Mee­res­schutz adres­siert wer­den, und wie De­fi­ni­tio­nen, Fris­ten und Rechts­be­grif­fe zu­stan­de kamen. Zudem soll der Frage nach­ge­gan­gen wer­den, wel­chen Bei­trag die Mee­res­schutz­richt­li­nie zu einer nach­hal­ti­gen eu­ro­päi­schen Mee­res­po­li­tik leis­ten kann.
Die Mee­res­schutz­richt­li­nie als In­di­ka­tor für den ak­tu­el­len Ent­wick­lungs­stand um­welt­po­li­ti­scher Re­gu­lie­rung im eu­ro­päi­schen Meh­re­be­nen­sys­tem
In die­sem Pro­jekt wird die Mee­res­schutz­richt­li­nie als Kom­po­nen­te der eu­ro­päi­schen Mee­res­po­li­tik un­ter­sucht.

Ausgangslage und Relevanz

Durch Überfischung, Nährstoffeinträge, touristische Nutzung und Klimawandel sind die europäischen Meere in ihrem ökologischen Gleichgewicht stark bedroht. In der 2008 erlassenen Meeresschutzrichtlinie reagiert die Europäische Union auf diese Missstände, indem ein integrierter Ansatz mit dem Ziel verfolgt werden soll, die europäischen Meere bis 2021 in einen guten Umweltzustand zu befördern. Die zuvor hohen Erwartungen an die Richtlinie wurden jedoch nicht erreicht; insbesondere wurden ehrgeizige Ziele wie genaue Definitionen, Fristen und Implementationsspielräume in der endgültigen Formulierung nicht umgesetzt.

Ziel­set­zung des Pro­jekts

Ziel­set­zung des Pro­jekts ist es, Er­kennt­nis­se dar­über zu ge­win­nen, wie zen­tra­le Pro­ble­me des Mee­res­schutz adres­siert wer­den, und wie De­fi­ni­tio­nen, Fris­ten und Rechts­be­grif­fe zu­stan­de kamen. Zudem soll der Frage nach­ge­gan­gen wer­den, wel­chen Bei­trag die Mee­res­schutz­richt­li­nie zu einer nach­hal­ti­gen eu­ro­päi­schen Mee­res­po­li­tik leis­ten kann.
In Hin­blick auf den ak­tu­el­len For­schungs­stand auf dem Feld der eu­ro­päi­schen Um­welt­po­li­tik ist zu ana­ly­sie­ren, wie mit den bei­den wi­der­strei­ten­den Zie­len der Eu­ro­päi­schen Union „Wachs­tum“ und „Um­welt­schutz“ im Rah­men der Mee­res­nut­zung um­ge­gan­gen wird. Ein wei­te­rer Schwer­punkt liegt auf der Er­ör­te­rung der Ver­ein­bar­keit der Mee­res­schutz­richt­li­nie mit mit­glieds­staat­li­cher Rechts­set­zung. An die­ser Stel­le ist die Ana­ly­se der eu­ro­päi­schen Meh­re­be­nen­struk­tur von zen­tra­ler Be­deu­tung. Zu­sätz­lich sol­len zwei ver­tie­fen­de Fall­stu­di­en an­ge­fer­tigt wer­den. Als Prot­ago­nis­ten un­ter­schied­li­cher Re­gu­lie­rungs­an­sät­ze wur­den hier­für Groß­bri­tan­ni­en (Typ der pro­zess­ori­en­tier­ter Re­gu­lie­rung) und Deutsch­land (pro­duk­t­ori­en­tier­ter Re­gu­lie­rungs­an­satz) aus­ge­wählt.

Fol­gen­de For­schungs­fra­gen ste­hen im Mit­tel­punkt:

  1. Wel­che öko­lo­gi­schen Pro­ble­me bzw. Nut­zungs­kon­flik­te wer­den durch den ge­wähl­ten Re­gu­lie­rungs­rah­men an­ge­spro­chen bzw. nicht an­ge­spro­chen?
  2. Wel­che Ak­teu­re und po­li­ti­schen Ziele, so­wohl auf EU-, als auch auf mit­glieds­staat­li­cher Ebene, haben die Ent­wick­lung der EU-Mee­res­schutz­stra­te­gie und die Aus­wahl der Re­gu­lie­rungs­in­stru­men­te ma­ß­geb­lich be­stimmt?
  3. Wel­chen Ein­fluss haben ins­be­son­de­re die Ak­teurs­kon­stel­la­tio­nen und Kon­flikt­la­gen in Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en auf die Ent­wick­lung der EU-Mee­res­schutz­stra­te­gie und auf die Aus­wahl der Re­gu­lie­rungs­in­stru­men­te ge­habt?

For­schungs­de­sign und Be­schrei­bung der ge­plan­ten For­schungs­ar­beit

Diese Fra­ge­stel­lun­gen sol­len durch Do­ku­men­ten­ana­ly­se sowie qua­li­ta­ti­ve In­ter­views be­ant­wor­tet wer­den. Da der zen­tra­le As­pekt der Un­ter­su­chung die Ana­ly­se der eu­ro­päi­schen Ebene dar­stellt, liegt hier auch der Fokus der Em­pi­rie. Er­gän­zend er­fol­gen diese Un­ter­su­chun­gen auch auf bri­ti­scher und deut­scher Ebene.
In einem ers­ten Schritt soll ein Ana­ly­se­ras­ter für die em­pi­ri­sche Un­ter­su­chung ent­wi­ckelt wer­den, das als Grund­la­ge und Struk­tur der em­pi­ri­schen Ar­beit die­nen soll. Die­ses Ras­ter soll mit Hilfe des Po­li­cy-Ar­ran­ge­ment-An­sat­zes ge­rahmt und durch dis­kurs­ana­ly­ti­sche Ele­men­te kom­plet­tiert wer­den. Hier­auf folgt die Er­stel­lung eines In­ter­view­leit­fa­dens für die qua­li­ta­ti­ven In­ter­views.
Als Er­geb­nis der Do­ku­men­ten­ana­ly­se wer­den zu­nächst ver­tie­fen­de Er­kennt­nis­se über re­le­van­te Ak­teu­re, deren Ein­fluss­mög­lich­kei­ten und po­li­ti­schen Ziel­set­zun­gen er­war­tet. Er­geb­nis die­ses Un­ter­su­chungs­schrit­tes soll die Iden­ti­fi­ka­ti­on der vor­herr­schen­den mit­glieds­staat­li­chen Po­si­tio­nen, do­mi­nan­ter Dis­kur­se und mar­kan­ter Wen­de­punk­te wäh­rend der Ent­ste­hung der Richt­li­nie sein.
Ein wei­te­res Ele­ment der Em­pi­rie stel­len die Fall­stu­di­en in Groß­bri­tan­ni­en und Deutsch­land dar. Hier sol­len ins­be­son­de­re die na­tio­nal­staat­li­chen Re­ge­lun­gen und Struk­tu­ren sowie po­li­ti­schen Kon­flik­te un­ter­sucht wer­den, um zum einen Er­kennt­nis­se dar­über zu ge­win­nen, durch wel­chen po­li­ti­schen Hin­ter­grund die ver­tre­te­nen Po­si­tio­nen der Mit­glieds­staa­ten in­ner­halb der Ver­hand­lun­gen auf EU-Ebe­ne be­ein­flusst wer­den; zum an­de­ren las­sen sich dar­über hin­aus auch Rück­schlüs­se auf die Er­klä­rungs­kraft eu­ro­päi­scher In­te­gra­ti­ons­theo­ri­en im All­ge­mei­nen zie­hen.
Nach Vor­lie­gen der Er­geb­nis­se die­ser ers­ten Aus­wer­tung ist eine Iden­ti­fi­ka­ti­on der re­le­van­ten Ak­teu­re mög­lich, mit denen im An­schluss Ex­per­ten­in­ter­views durch­ge­führt wer­den.
Zu­sam­men­ge­fügt sol­len diese Ele­men­te Auf­schluss dar­über geben, wel­che Pro­zes­se die Ent­wick­lung der Mee­res­schutz­rah­men­richt­li­nie be­glei­tet haben und von wel­chen In­ter­es­sen deren Ge­stal­tung haupt­säch­lich ge­prägt war.

Fi­nan­zie­rung

Hoch­schu­le Bre­men

Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner

Es be­steht eine Zu­sam­men­ar­beit mit der "Bre­men In­ter­na­tio­nal Gra­dua­te School Glo­bal Chan­ge in the Ma­ri­ne Realm (Glo­mar)", in deren Rah­men die Pro­mo­ti­on ein­ge­bun­den ist.

Lauf­zeit

02/2009 - 11/2012
Pro­jekt­lei­ter
Ost­horst, Win­fried, Prof. Dr.
Pro­jekt­be­tei­lig­te
Maier, Nina, Dipl. Pol.