BA Internationaler Studiengang Politikmanagement (ISPM)
MA Politik und Nachhaltigkeit (PoNa)

Soziale Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) in deutschen transnationalen Unternehmen – Arenen, Akteure, Prozesse

Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit im Globalen Wandel (GLOKAL) der Hochschule Bremen und das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) führen ein Forschungsprojekt zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen durch. Das zweijährige anwendungsorientierte Projekt wird durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördert.
Gegenstand des Projekts sind die konzernweiten Prozesse zur Entwicklung und Umsetzung von CSR-Strategien und -Projekten in global aktiven deutschen Unternehmen.

Im Fokus stehen dabei Initiativen in den Bereichen

  • Lohn- und Arbeitsbedingungen
  • Arbeitszeitmodelle und Work-Life-Balance
  • Chancengleichheit und Gleichstellung
  • Vereinigungsfreiheit
  • Kinder- und Zwangsarbeit
  • Klimaschutz und Energiemanagement sowie
  • Abfallmanagement


„Corporate Social Responsibility in deutschen, transnationalen Unternehmen –
Akteure, Arenen, Prozesse“ („CSR in TNC“)

Laufzeit 06/2008 -  03/2012

1. Forschungsinstitut:
Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit im Globalen Wandel (GLOKAL) der Hochschule Bremen und das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) führen ein Forschungsprojekt zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. gesellschaftliche Verantwortung von deutschen, transnationalen Unternehmen durch. Die Leitung des zweijährigen anwendungsorientierten Projekts obliegt GLOKAL / Frau Prof'. Dr'. Beate Zimpelmann.

2. Projektdarstellung und Design:
Der global weiter zunehmende Wettbewerb zwischen Volkswirtschaften, wie auch Unternehmen hat in den 1990er Jahren zunächst zu einer Deregulierung und Flexibilisierung von Produktions-, Handels- und Arbeitsbedingungen geführt. Rechtswidrige Vergehen wie Anlagenbetrug, Untreue, Umweltschädigungen u.v.m. durch Unternehmen selbst hingegen aber haben seither auch eine ebenso globalisierte Öffentlichkeit kritisch für unternehmerisches Handeln sensibilisiert: Hier bestimmt die ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit, nach der keine Generation die Ressourcen nachfolgender Generationen verbrauchen darf, das Leitbild einer international vielfältigen Diskussion. Diese „Triple Bottom Line“ wird für Unternehmen als „Corporate Social Responsibility (CSR)“ konkretisiert.
Tatsächlich macht sich in Unternehmen ein sozialer und ökologischer Handlungsbedarf an beispielhaften, aber miteinander verwobenen Themen wie Corporate Governance / gute Unternehmensführung, Klimaschutz, Zukunft der Mobilität oder demographischer Wandel, Gender, Diversity, Fair Trade u.v.m. bemerkbar.
Deutschland wirkt im Lichte seiner historischen „Sozialen Marktwirtschaft“ mit deren klassischer „Mitbestimmungsarena“ der Sozialpartner (vgl. Müller-Jentzsch) zunächst scheinbar gut aufgestellt.
Das vorliegende Projekt geht der Frage nach, ob und inwieweit diese gesetzlich verbindliche Arena auch unter den Bedingungen des „Global Village“ erhalten bleibt – und ob sie durch eine neue, i.d.R. unternehmensspezifische „CSR-Arena“ verschiedener Akteure ergänzt, relativiert oder gar verdrängt wird. Denn bei „CSR“ handelt es sich um freiwillige, soziale und ökologische Projekte, die in die unternehmerische Tätigkeit und die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern integriert werden (vgl. EU-Definition).
So werden die konzernweiten Grundlagen und Prozesse zur Entwicklung und Umsetzung von unternehmensspezifischen CSR-Strategien und -Projekten in global aktiven deutschen Unternehmen zum ersten Untersuchungsgegenstand. Grundlagen hierfür sind eine Dokumentenanalyse aus Informationen der Unternehmen selbst sowie weiterer Akteure.
Anschließend werden die Interessen, Aktivitäten und die Zusammenarbeit der beteiligten, unternehmensinternen und -externen Akteure (z. B. Nichtregierungsorganisationen / NGOs) sowie die erreichten Ergebnisse in zunächst 12 Kurzfallstudien beispielhaft analysiert.
Dies geschieht zunächst durch leitfadengestützte Interviews zu Themen wie (z.B.) Lohn- und Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Klimaschutz, Energiemanagement u.v.m. - bspw. mit der Unternehmensleitung, den Verantwortlichen für die Bereiche Nachhaltigkeit bzw. CSR, Personal, Umwelt- oder Arbeitsschutz, den Betriebsräten, ggf. Euro- und Weltbetriebsräten sowie NGOs.
In diesen Untersuchungen stehen Fragen nach dem jeweiligen Auslöser der Initiativen, den Beteiligten, ihren Interessen und Positionen, der Art und Intensität der Zusammenarbeit sowie den diesbezüglichen Veränderungen im Zentrum des Interesses. Dabei wird außerdem auf sozialwissenschaftliche Instrumente wie die Netzwerkkarte zurückgegriffen, um die Kenntnisse und Erfahrungen der Akteure zu strukturieren und zu visualisieren. Die angesprochenen Themen werden dann in vier Intensivfallstudien mit außenstehenden Stakeholdern weiter vertieft.
Durch die vergleichende Auswertung der Ergebnisse sollen mögliche Muster in der Herangehensweise und Zusammenarbeit der Akteure herausgearbeitet, die Chancen und Risiken sowohl für den Erfolg der Initiativen als auch für die Beteiligten bewertet sowie das Verhältnis zwischen den Arenen von „Mitbestimmung“ und „CSR“ in eine Gesamtentwicklung eingeordnet werden.
Daraus ergeben sich Handlungsempfehlungen insbesondere für ArbeitnehmerInnenvertretungen, wie auch für Beschäftigte und weitere Stakeholder insgesamt. Geeignete Foren hierfür bieten Fachtagungen, Workshops, Zwischenberichte und ein Handlungsleitfaden.

3. Fördermittel
Mit Blick auf sein grundsätzliches und richtungsweisendes Potential insbesondere für ArbeitnehmerInnenvertretungen wird das Projekt durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

Finanzierung
Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Straße 39
40476 Düsseldorf
Telefon: +49 211 7778 0
Telefax: +49 211 7778 120
zentrale@boeckler.de
www.boeckler.de

Kooperationspartner
Jana Gebauer
Katrin Vitols
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, gemeinnützig
Forschungsfeld Ökologische Unternehmenspolitik
Potsdamer Str. 105
10785 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 45 94 - 38
Fax: +49 (0)30 88 25 439 
www.ioew.de

Kontakt
Prof. Dr. Beate Zimpelmann (Projektleitung)
Dr. Dirk Wassermann (Projektbeteiligung)
Hochschule Bremen / GLOKAL - Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit im globalen Wandel
Neustadtswall 30
28199 Bremen
Tel.: +49 421 5905-4285/-2727
Fax: +49 421 5905-4286
www.ispm-bremen.de

 
 
 

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