Praxissemester beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin

von Peer Rosenthal

Mein Praxissemester habe ich beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin in der Abteilung für Mitbestimmung und Rechtspolitik absolviert. Ich hatte mich also für eine Organisation entschieden, die im aktuellen öffentlichen Ansehen nicht gerade hoch im Kurs steht. Um so gespannter war ich, mir einen eigenen Einblick verschaffen zu können. Etliche kursierende Vorurteile haben sich nicht bestätigt. Ich war konfrontiert und angetan von einem hohen Grad an Professionalität und inhaltlicher Kompetenz. Es wird engagiert und ernsthaft gearbeitet und an den meisten Stellen fehlt auch nicht die Reflexion des eigenen Handelns – eine mir wichtige und sympathische Eigenschaft. Allerdings ist klar: der DGB ist eine Interessenvertretung der Arbeitnehmer. Wem dies nicht sympathisch erscheint, dem ist von einem Praktikum bei einer Gewerkschaft im allgemeinen abzuraten. Dieser Grundkonsens sollte vorhanden sein.

Meine Aufgaben waren vielfältig. Ich lernte in dieser Zeit die Funktionsweise des Bundesvorstands des DGB umfassend kennen und nahm an verschiedenen internen und externen Sitzungen und Veranstaltungen teil. Ich wirkte unterstützend bei öffentlichen Veranstaltungen mit, begleitete Vorstandsmitglieder zu externen Veranstaltungen und leistete teilweise anspruchsvolle Hintergrundrecherche. Das Hauptaugenmerk lag allerdings auf der inhaltlichen Arbeit: das Verfassen von Texten für den internen Gebrauch, das Konzeptionalisieren und die Anfertigung von Reden, das Verfassen von Texten für Fach- und Mitgliederzeitschriften, das Erstellen von Sitzungsprotokollen sowie die inhaltliche Ausarbeitung von Präsentationen standen wie noch einiges mehr immer wieder auf der Tagesordnung. Darüber hinaus habe ich einen Einblick von Strategiebildung beim DGB gewinnen können.

Bestandteil des Praktikums war darüber hinaus eine eigenständige Projektarbeit. Ich erstellte ein Themenheft mit dem Titel „Das Monistische System in der Europäischen Aktiengesellschaft“ und leitete diesen Prozess von der Konzeptionalisierung bis zum redaktionellen Abschluss.

Zwingende Voraussetzung für ein Praktikum beim DGB ist die Fähigkeit, sich komplexe Themenfelder eigenständig aneignen und dieses erworbene Wissen dann in den Alltagsbetrieb übertragen zu können.

Insgesamt war die Zeit beim DGB sehr lehrreich und ich konnte auch einige Aspekte des Studiums im Arbeitsalltag nutzen. Es wurden verschiedenste Kompetenzen abgefragt, Teamarbeit wechselte sich mit eigenverantwortlich zu bewerkstelligenden Arbeiten ab, Organisationstalent war genau so gefragt wie schnelle Auffassungsgabe. Für alle, die sich ein Praktikum beim DGB oder einer anderen Gewerkschaft vorstellen können, stehe ich für weitere Fragen gerne zur Verfügung: peer.rosenthal@gmx.de ...

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