Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Studentinnen und Studenten,
meine Name ist Armin Garbe, ich bin Student im 7. Semester des Internationalen Studienganges Politikmanagement im Fachbereich 1 - allgemeinwissenschaftliche Grundlagenfächer.
Ich werde voraussichtlich nächstes Frühjahr mein Studium mit dem Diplom abschließen, also in dem Vorläufer des Bachelorsystems, in dem die meisten von Euch jetzt studieren.
Nun folgend werde ich Euch einige Eindrücke meiner bisherigen Studienzeit schildern, die Euch bei eurem Start helfen können.
Der Umstand, dass ich als Bayer zum Studieren extra in den hohen Norden nach Bremen gekommen bin, sagt vielleicht schon etwas über die
Anziehungskraft des innovativen Bildungsstandortes Bremen aus. Tatsächlich war mein Studiengang zum Zeitpunkt meiner Entscheidung der einzige seiner fächerübergreifenden Art und ich bereue meine Entscheidung nicht.
Gerade der Abstand zur Hochschule Bremen durch mein obligatorisches Auslandssemester lässt Vergleiche zu anderen Hochschule zu und bestätigt für mich und viele meiner Kommilitonen den zuvor geschilderten Eindruck.
Das Konzept der Hochschule Bremen steht in meinen Augen
zum Einen für neue interdisziplinäre Konzepte, Praxisorientierung und Internationalität.
Zum Anderen für Offenheit der Professoren gegenüber den Studierenden und vor allem für Ihre Erreichbarkeit.
Als besonders hilfreich erwiesen sich die Erfahrungen vieler Gastdozenten, die mit ihren persönlichen Kontakten manche Wege geebnet haben. Auch ist die Weltgewandheit Bremens und das Ambiente der „gefühlten kleinen“ Großstadt und ihre zentrale Lage in Norddeutschland für mich ein Pluspunkt für den Standort Bremen.
Natürlich waren die Jahre an der Hochschule Bremen nicht nur eitel Sonnenschein.
Das Spardiktat aufgrund der Haushaltssituation des Landes führte zu erhöhten Gebühren und zu unbesetzten Professorenstellen, die Einschränkungen in der Lehre brachten. Das gilt gerade, aber nicht nur in meinem Fachbereich.
Auch die Ausstattung der Bibliotheken und die Einrichtung von ausreichenden Computerräumen hat sich in Folge dessen verzögert.
Doch die wichtigste Frage bezüglich meines Studiums bleibt: Fühle ich mich vorbereitet für das kommende Betätigungsfeld?
Ich würde sagen, ja das tue ich, aber nicht zuletzt mit eigenem Einsatz. Oder, um es mit Karl Valentin zu sagen:
„Genaues weiss man nicht“, da natürlich die spätere Tätigkeit auf dem angespannten Arbeitsmarkt auch neue Anforderungen an uns Absolventen stellen wird.
Das Handwerkszeug für diese Anforderungen wurde uns, an der Hochschule Bremen aber vermittelt.
Die Anwendung des in früheren Praktika und Projekten gelernten und besonders mein Praxissemester im politischen Zentrum Berlin bestätigten mir dies. Auch eine Spezialisierung hinsichtlich der persönlichen Interessen scheint mir während eines Studiums an der Hochschule möglich.
Welche Tipps habe ich für Euch? Seid aktiv, lasst euch nicht von der vermeintlichen Ruhe in Bremen in Sicherheit wiegen. Stellt euch schon früh bei den zahlreichen Instituten, Organisationen und Firmen hier vor Ort vor und bietet eure Mitarbeit an oder fragt nach Praktika.
Diese Kontakte werden Euch mit den späteren Anforderungen vertraut machen und können euch bereits während eures Studiums Hilfestellung und Wegweiser sein.
Und vielleicht findet ihr euren eigenen Ansatz, eure Nische und eure ganz persönliche Perspektive für das spätere Berufsleben.
Ich für meinen Teil, werde die Zeit in Bremen in guter Erinnerung behalten.
Mit einem Augenzwinkern mein letzter Tipp für Neubremer: absolutes „don´t“ in Diskussion mit den Locals: die Infragestellung des Bundeslandes Bremens (wir Bayern haben da ja eine andere Meinung) und –
keine Diskussion über vielleicht bessere Biere, die ja auch anderswo gebraut werden könnten.
Danke für eure Aufmerksamkeit.
Die Rede wurde am 23.10.2005 anläßlich der Erstsemesterbegrüßung an der
Hochschule Bremen gehalten. Ort war die altehrwürdige obere
Rathaushalle. Es gilt das gesprochene Wort.